Kommunalwahl in Pegnitz 2020

Stichwahl: Wolfgang oder Werner?

Stichwahl zwischen CSU und PEG; zwischen Partei und Verein; zwischen schwarzen Stammwählern und ja, wem eigentlich?

Auf jeden Fall zwischen Werner Lappat und Wolfgang Nierhoff. Entschieden wird am 29. März höchstwahrscheinlich aber bereits vorher in den Wohnstuben der Wahlberechtigten. Denn die Stichwahl soll bayernweit per Briefwahl stattfinden, was im Angesicht zu COVID-19 auch Sinn macht.

Wird Corona die Stichwahl beeinflussen?

Corona beschert uns den Ausnahmezustand, der bis hin zu einer Ausgangssperre reichen kann. 

MP Markus Söder hat am 16.03.2020 verkündet, dass die Stichwahl als reine Briefwahl über die Bühne gehen soll. Doch mit oder ohne Ausgangssperre kann COVID-19 Auswirkungen auf die Stichwahl haben: Die Wahlbriefe müssen so oder so vom Wähler zum Briefkasten - ob von der Post oder direkt zum Rathaus.

Wenn eine Ausgangssperre in Bayern oder Gesamtdeutschland verhängt werden würde, bleibt die Frage, ob die Stichwahl verschoben wird, oder ob die Abgabe der Wahlunterlagen einen Ausnahme darstellt.

 

Wird die Wahl nicht verschoben, kann es sein, dass vor allem Risikogruppen, wie Ältere und chronisch oder akut Kranke ihre Wahlunterlagen eher nicht zum nächsten Briefkasten schleppen. Das könnte auch auf vorsichtigere Menschen zutreffen, die keiner Risikogruppe angehören. Damit hätte COVID-19 einen direkten Einfluss auf die Wahlbeteiligung und die Wahl an sich juristisch angreifbar machen. Immerhin ist der größte Wähleranteil der CSU 60 und älter (lt. Statista 38,2%). Wie das in Pegnitz und in hinzunehmend Bezug auf die PEG aussieht, weiß niemand.

 

In 2012 hatte Pegnitz folgende Stichwahlkonstellation:

Raab gegen Hempfling. Der Abstand zwischen beiden im ersten Wahlgang betrug 408 Stimmen für Hempfling. In der Stichwahl konnte der jedoch kaum Stimmen derer dazu gewinnen, die sich vorher für einen der anderen beiden Kandidaten (Schmidt und Hofmann) entschieden hatte. Hempfling legte 10,4% zu - Raab dagegen satte 46,4%. Am Ende stand das Ergebnis von 508 Stimmen Differenz, aber für Raab.

 

Für 2020 sieht es wie folgt aus:

Nierhoff hat den ersten Wahlgang mit 35% der gültigen Stimmen für sich entschieden. Damit liegt er um 356 Stimmen vor dem Zweitplatzierten Lappat. Damit trennen etwa 5% der Stimmen diese beiden Kandidaten, was bei Hempfling gegen Raab in 2012 ebenfalls der Fall war. Nun standen dieses Jahr aber 4 Kandidaten plus eine Kandidatin zur Wahl. Alle holten ein Ergebnis im 2-stelligen Bereich. Daher haben die beiden Gewinner insgesamt nicht so viele Prozente und Stimmen auf sich vereinen können, nämlich nur 56,19% statt den 75,36% bei den Gewinnern in 2012. Zudem war die Wahlbeteiligung 2020 um etwa 4% niedriger und damit auch weniger gültige Stimmen zur Verteilung möglich.

Die Glaskugel zur Stichwahl

 

Die Glaskugel schaut vor allem auf die politischen Beziehungen und die Bürgerinnen und Bürger.

 

 

Worin unterscheiden sich die Parteien eigentlich?

Ich habe auf den Wahlkampfseiten der Parteien und der Kandidaten sowie auf den verteilten Flyern und in den Broschüren fast immer nur die gleichen Ideen entdeckt. 

Dann habe ich genau diese  Frage auf der Podiumsdiskussion am 10. Februar der Kandidatin und den Kandidaten gestellt. Leider war die Antwort: eigentlich nur die Köpfe und die Kompetenz der aufgestellten Stadrat-Teams. Das spiegelt auch die schriftlichen Fragestunde der Nordbayerischen Nachrichten mit den Bürgermeisterkandidaten/in für Pegnitz  wider: Einzigartige Ideen, die Pegnitz weiter bringen, finden sich nicht.

 

Als letzten Versuch habe ich akribisch alles herausgefiltert, was die Kommunikation zur Kommunalwahl hergibt. Und ich wurde doch noch fündig! Das Ergebnis findet Ihr hier unten.:

Gegenüberstellung der Statements der Parteien & Vereinigungen zu den Themen

Die Statements habe ich von den Webseiten und Flyern abgeschrieben und zu einem möglichst einheitlichen & neutralen sprachlichen Ausdruck bearbeitet.

 

Ich hoffe, dass ich mir selbst und damit auch anderen einen Überblick zu den einzelnen Positionen und Vorhaben geben kann. Das soll die Wahlentscheidung abseits von Parteifarbe und Dünkel erleichtern.

 

Wer sich dennoch inhaltlich nicht richtig wiedergegeben fühlt, kann mich gerne über facebook oder das Kontaktformular erreichen.

Web-Umfrage: Wer wird Erste(r) Bürgermeister(in)?

Zur Wahl stehen vier Männer und eine Frau aus fünf politischen Vereinigungen oder Parteien: CSU, FW/FWG, GU, PEG, SPD. 

Das sind die Kandidatin und Kandidaten

  • Sandra Huber (GU)
  • Wolfgang Nierhoff (PEG - Pegnitzer Gemeinshaft
  • Uwe Raab (SPD - Sozialdemokratische Partei Deutschlands)
  • Werner Lappat parteilos, für die CSU - Christlich-Soziale Union in Bayern)
  • Thomas Schmidt (FWG - Freie Wähler Gemeinschaft)

Das Umfrage-Orakel

Danke an alle 512 TeilnemerInnen!

Ob die Umfrage richtig liegt, sehen wir am 15.03.2020 - davor darf man das Ergebnis (s.u.) nicht überbewerten. Lest unbedingt den Absatz "Sind die Umfrageergebnisse vertrauenswürdig?".

Die Wahlberechtigten

Wählen darf jeder

  1. mit deutschem Pass, oder jeder andere EU-Staatsangehörige, der
  2. mindestens 18 Jahre alt ist und 
  3. seinen Lebensschwerpunkt seit mindestens zwei Monaten vor der Wahl in der jeweiligen Gemeinde beziehungsweise im Landkreis hat.

 

Anzahl der Wahlberechtigten in Pegnitz 2020

Für die diesjährige Wahl kann von gut 11.000 Stimmberechtigten ausgegangen werden. In 2014 waren 11.110 Menschen in Pegnitz zur Kommunalwahl stimmberechtigt, die aufgrund leicht sinkender Einwohnerzahl etwas nach unten geschätzt werden können.

Die Idee zur Umfrage

Ich, Andreas Waidosch, habe mich gefragt, wer denn wirklich Chancen hat Erste(r) Bürgermeister(in) in Pegnitz zu werden? Die Wahlflyer sind inhaltlich ungefähr gleich. Gibt es dann Unterschiede in der persönlichen Vorliebe für eine(n) Kandidaten(in) ?

Ich wollte unbedingt mehr als nur ein, zwei handvoll Freunden und Bekannten die Frage stellen, wen sie wählen werden. Und die würden vielleicht ihre Antwort ganz unbewusst an mich anpassen, weil sie mich ja kennen. Und eine "offzielle" bzw. professionelle Umfrage gibt es nicht: Gesicherte Wahlforschung kostet viel Geld. Das können sich eine Kommune wie Pegnitz und auch die hiesigen Tageszeitungsverlage nicht leisten.

Also habe ich als Annäherung an die Fragestelltung diese Onlineumfrage aufgesetzt und über soziale Netzwerke geteilt. Gerne diskutiere ich dort mit anderen Interessierten.

Sind die Umfrageergebnisse vertrauenswürdig?

NEIN! Ganz klar sind die Ergebnisse wissenschaftlich nicht vertrauenswürdig, weil:

  • keine Ziehung einer Stichprobe aus der Grundgesamtheit aller Stimmberechtigten zur Kommunalwahl in Pegnitz 2020
  • teilnehmen kann jeder - auch in Pegnitz nicht Wahlberechtigte
  • die Umfrage ist nicht kontrollierbar.

Die Umfrage gibt ein Gefühl für eine mögliche Tendenz zum Ausgang der Bürgermeisterwahl.

Das einzige, was das Onlinetool kann um ein bisschen Aussagekraft herzustellen ist:

  • dass man von einem Endgerät nur einmal teilnehmen kann (unter normalem Benutzungsverhalten);
  • die Umfrage wurde nur in pegnitzspezifischen Foren auf Facebook und in Gruppen verteilt, in denen nur (m.W.n.) eher Pegnitzer aktiv sind. Wenn aber die eine politische Gruppierung online aktiver ist, als die andere, dann ist das Ergebnis schon verfälscht. Zudem sind alle Nicht-Onliner ohnehin ausgeschlossen.
  • es sind genügend viele Teilnehmer, die die Umfrage beendet haben: Im üblichen Maß zufriedenstellend sind mindestens 372 Teilnahmen (Konfidenzniveau 95%; Fehlerspanne 5%).

Am besten wäre es, wenn von den rund 11.000 Stimmberechtigten über 6.623 in der Umfrage abstimmen (Konfidenzniveau 99%; Fehlerspanne 1%). 

 

Die Fehlerwahrscheinlichkeit sinkt aber auf dem selben zufriedenstellenden Niveau (95%) mit jeder zusätzlichen Teilnahme:

  • bei 5% = mind. 372 Teilnahmen
  • bei 4% = mind. 570 Teilnahmen
  • bei 3% = mind. 973 Teilnahmen
  • bei 2% = mind. 1.971 Teilnahmen
  • bei 1% = mind. 5.128 Teilnahmen

Also: Je mehr, desto besser! Teilt die Umfrage.

Das Umfrageergebnis Stand TT.02.2020

Erste(r) Bürgermeister(in) wird...

...vielleicht entweder Werner Lappat oder Wolfgang Nierhoff. Dieser Onlineumfrage folgend gehen die beiden Kandidaten in die Stichwahl!

Validität: Spannender Verlauf der Umfrage!

Ab ca 125 abgeschlossenen Teilnahmen zeigt sich die Umfrage bereits als sehr stabil:

Schwankung der Prozentwerte der einzelnen Kandidaten und der Kandidatin nur noch ca. +/- 1-2% um den finalen Wert. Ab 300 abgeschlossenen Teilnahmen lagen die Schwankungen nur noch im 0,-Bereich - also unter 1%.

 

Das kann ein Zeichen dafür sein, dass von der Umfrage tatsächlich auf die Grundgesamtheit geschlossen werden kann und sie nahe an den Ergebnissen der tatsächlichen Wahl liegen wird.

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